Erdgaspreisentwicklung bis 2030

von Wolfgang Ruch

Fossile Energieträger werden zum 01.01.2021 deutlich teurer. Dies ist die Folge einer Gesetzesänderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes, das der Bundestag am 3. Juli 2020 gebilligt hat. Die von Teilen der Wirtschaft und auch vom Wirtschaftsausschuss des Bundesrates geforderte Verschiebung um ein Jahr wurde ignoriert.

Für eine Abschätzung der weiteren Erdgaspreisentwicklung bis 2030 wurden zwei Szenarien gewählt:

Das Referenzszenario orientiert sich an der derzeitigen Gesetzgebung und geht von einer politisch stabilen, globalen Wirtschaft aus. Einschränkungen des Welthandels finden nicht statt. Die politische Lage in den Förderländern und den Ländern, durch die Erdgas geleitet wird, ist stabil. Die Netznutzung unterliegt der allgemeinen Steigerung bei Lohn- und Investitionskosten.

Im Klimaszenario ergeben sich durch politische Einflussnahme Einschränkungen bei den Importmöglichkeiten (Natural Gas) sowie Kosten- und Terminprobleme bei den geplanten zusätzlichen LNG-Terminals. Weiterhin wird eine ambitioniert Klimapolitik auf globaler, europäischer und nationaler Ebene umgesetzt. Die Netznutzung orientiert sich an einen dynamischen Ausbau der Netze zur Integration von Biogasanlagen und Einspeisung von Methan.
Für einen Erdgaskunden mit einem Jahresverbrauch von 10 GWh werden die Erdgaspreise im Referenzszenario um ca. 35% und im Klimaszenario um ca. 57% ansteigen.

 

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