Insolvenzverfahren in der Branche

von Wolfgang Ruch

Mit der DEG hat ein weiteres, junges Unternehmen in der Energieversorgungsbranche einen Insolvenzantrag gestellt. Nach den Versorgern EnVersum, Die Energieagenten und Eveen ist dies im Jahr 2018 die vierte Insolvenz in der Branche. Die deutsche Energie Gesellschaft GmbH wurde 2013 gegründet und war ein privatrechtlich organisiertes Unternehmen, das erfolgreich, bundesweit Kunden akquiriert hat.

Nach Angaben des Geschäftsführers Tillmann Raith erhielt man unter anderem über Ausschreibungen der öffentlichen Hand den Zuschlag für rund 250 Kommunen. Bei diesen Vergabeverfahren erhält der günstigste Anbieter in der Regel den Zuschlag – und davon hat die DEG profitiert. Zu den prominentesten Kunden gehörten der Norddeutschen Rundfunk, der Rundfunk Berlin-Brandenburg sowie die Elbphilharmonie und der Deutsche Bundestag.

Neben der Teilnahme an Ausschreibungen und dem Direktvertrieb wurde Kundenakquisition über Handelsvertretungen durchgeführt. Angebotsvergleiche unserer Mitgliedsunternehmen ergaben deutliche Preisvorteile (>5%) gegenüber etablierten Wettbewerbern.

Das Unternehmen hatte zuletzt einen Umsatz von rund 800.000 Millionen Euro. Mit seinen 100 Mitarbeitern betreute es nach eigenen Angaben ca. 50.000 Kunden. Ende 2018 haben Übertragungsnetzbetreiber wie die Tennet TSO GmbH dem Stromverkäufer wegen ausstehender EEG-Zahlungen gekündigt.

Das Amtsgericht Heilbronn hat ein vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet Der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Martin Hörmann, erwartet die Eröffnung des Verfahrens für Anfang April 2019.

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